Landfunk 6-1-16

Margarine ist schlechter als ihr Ruf

Margarine ist lecker und dazu noch gesund - eine dick aufs Brötchen aufgetragene Werbelüge, die viele Menschen bereits zum Frühstück schlucken. Seit Jahrzehnten macht uns die Industrie da eine billig produzierbare Waffenschmiere aus Öl, Wasser und einer Extraportion Chemie als nahrhaften Butterersatz schmackhaft!

Dass wir die Erfindung der Margarine indirekt dem kleinen grossen Kaiser von Frankreich verdanken, ist unstrittig: Weil Butter rar war und beim Transport in wärmere Krisengebiete lieber zerfloss als die Kriegsmaschinerie zu schmieren, sollte ein preiswerter und praktikabler Ersatzstoff her.

Bonaparte setzte deshalb einen Preis auf dessen Erfindung aus - ob dieser nun dem französischen Chemiker Michel-Eugene Chevreul oder seinem Kollegen Hippolyte Mege-Mouris (welcher 1873 in den USA ein Patent für Margarine anmeldete) zugestanden hätte, darüber zanken die Historiker. Andere Quellen nennen die Namen Sabatier und Senderens als Väter der Margarine.

Den von Napoleon ausgesetzten Preis hat jedenfalls keiner der Herren erhalten, denn die Herstellung gelang erst um 1869 und damit lange nach dem Tod des Kaisers. Metallische Katalysatoren wie Nickel, Kobalt, Eisen ermöglichten die Umwandlung von chemischen Doppelbindungen im Fett in gesättigte Einfachbindungen, endlich liess sich einst flüssiges Öl aufs Brot schmieren.

Mit Butter hatte die fettige Paste ursprünglich allerdings noch weniger zu tun als heute; erst ein bisschen Farbe und viel Werbeaufwand machten das Waffenfett zum Frühstücksaufstrich.

Margarine wurde lange Zeit als durchscheinend weisse Creme verkauft, die in der Mitte ein Klecks oranger Lebensmittelfarbe zierte. Daheim musste König Kunde noch selbst zum Kochlöffel greifen, um der Sache durch kräftiges Rühren den Anstrich von Butter zu geben.

Ob die Lätta-Lady aus der Werbung für so ein Schälchen Kunstschmalz wohl auch noch aus den Armen ihres Liebsten direkt in den Kühlschrank gehüpft wäre? Zumal sie sich in vielen Staaten der USA bis 1967 noch strafbar gemacht hätte, mit dem Versuch, gelbe Margarine unter die Leute zu bringen.

Soviel Ehrlichkeit gegenüber dem Konsumenten konnte sich die Fett-Industrie in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten: War es in Amerika die politische Lobbyarbeit der Konkurrenz, welche die Ambitionen der Margarine-Hersteller auf kleiner Flamme kochen liessen, so wird der Butterersatz in Deutschland bereits seit 1890 massiv beworben.

Keine Branche hat hierzulande jemals mehr Geld in das Image eines Produktes investiert. Bereits der erste Spot im deutschen Radio warb für Margarine. Während die Butter-Barone etwa Gerüchte über durch Margarine verursache Seuchen in die Welt setzten, hielten die Margarine-Manager mit nicht minder verlogenen Anzeigen in so ziemlich jedem Druckerzeugnis dagegen. Ein widerlicher Werbekrieg, dessen Opfer von Anfang an fest stand: der Verbraucher.

Der Glaube, dass früher alles besser war, stimmt also zumindest in Sachen Margarine nicht - die war bei genauer Betrachtung schon immer ekelerregend, zumal sie ursprünglich aus Schweinefett-Seife, Pottasche und Wasser hergestellt wurde. Später kam eine kaum weniger abschreckende Kombination aus Rinderfett, Milch, Wasser, gehacktem Schafmagen und Kuheutern zum Einsatz, aus der mit Unterstützung von Hitze, Druck und Lauge eine feste, weisse Schmiere entstand. Daher auch der Name Margarine, der sich aus dem griechischen Wort für Perle (Margaron) ableitet.

Bis ins frühe 20ste Jahrhundert verarbeitete die Fleischindustrie ihre Abfälle zu einem Streichfett, das nur schluckte, wer sich Butter nicht leisten konnte. Nachdem der deutsche Lebensmittelchemiker Normann das Verfahren der Fetthärtung in Gegenwart von Metallkatalysatoren auf unterschiedliche Pflanzenöle ausgedehnt, weiter entwickelt und 1903 zum Patent angemeldet hatte, änderte sich die Zusammensetzung, jedoch nicht die Qualität.

Zwischen 1920 und 1950 wurde eine Vielzahl von chemischen Zusatzstoffen erprobt, um den optischen Eindruck, die Streichbarkeit und den Geschmack des industriell gehärteten Pflanzenöls (meist Soja, heute vermehrt Raps daher die vielen gelben Felder, denen wir im Frühsommer begegnen) zu verbessern.

Mittlerweile ist daraus eine ganze Wissenschaft entstanden: Die sogenannte Psychophysik, deren erklärtes Ziel es ist, unseren Geschmack, das Mundgefühl, die Kauelastizität, den Speichelfluss und andere sinnliche Eindrücke in die Irre zu führen. Zweck der Übung war es, das Image der Margarine endlich weg vom ungeliebten Arme-Leute-Fett und hin zum gefragten Butterersatz zu wandeln.

Nicht zuletzt deshalb, weil Margarine stets preiswerter als Butter blieb, stellte sich der gewünschte Erfolg nach und nach ein. Doch das Butter-Imperium schlug immer wieder zurück. Über Jahrzehnte hinweg tobte der Kampf der Hersteller, den die Margarine-Industrie letzen Endes mit dem irrationalen Argument gewann, ihr Fett sei das natürlichere und daher gesündere.

Heute wird in Nordamerika viermal so viel Margarine wie Butter konsumiert. In Europa sind wir Deutschen die fleissigsten Margarine-Esser, der Lebensmittel-Multi Unilever freut sich in einer aktuellen Studie über eine Käuferreichweite von 90 Prozent und eine Wiederkaufrate von 96 Prozent. Na klar, wer hätte noch nicht von gesättigten Fettsäuren gehört, von Cholesterin und den schrecklichen Nebenwirkungen wie Arterienverkalkung, Herzattacken oder Schlaganfällen?

Dass mindestens die Hälfte aller Herzinfarkte bei Menschen mit ganz normalen Cholesterinwerten auftritt, ist in der von der Margarine-Industrie angezettelten Cholesterinhysterie kaum jemand aufgefallen. Auch die Erkenntnisse der Neuen Medizin, welche Herzinfarkte und Schlaganfälle als Symptome bzw. Krisen der Heilungsphase erkannt hat, vereinbaren sich natürlich nur schwer mit der Lobbyarbeit einer mächtigen Interessensgruppe.

Dank lauter Werbetrommeln weiss nun also nahezu jedermann, dass sich in Butter reichlich gesättigte Fettsäuren und Cholesterin finden, während für Margarine nur Öle mit ungesättigtem Fett verwendet werden und im pflanzlichen Brotaufstrich kein Cholesterin enthalten ist. Ist der Stoff deshalb wirklich gesünder? Dr. Andrew Weil, international renommierter Verfechter von ganzheitlicher Naturheilkunde und Autor zahlreicher Bücher (" Natürliche Gesundheit, natürliche Medizin") ist vom Gegenteil überzeugt:

Bis Ende dieses Jahrzehnts wird die medizinische Forschung auf erhebliche Gefahren beim Verzehr von Margarine stossen!

Er weist darauf hin, dass gerade durch das Härten pflanzlicher Öle die gefürchteten gesättigten Fettsäuren entstehen - es spielt also gar keine Rolle, wenn als Ausgangsprodukt ungesättigte Fette verwendet werden!

Noch gefürchteter sind die sog. trans-Fettsäuren in teilgehärteten Fetten. Sie reichern sich im Fettgewebe des Körpers an, werden in Zellmembranen eingebaut, stören den Stoffwechsel, fördern Zuckerkrankheit und verringern die Qualität der Muttermilch.

Aus Tier- und Zellversuchen gibt es zudem Hinweise auf Störungen des Immunsystems und der Fruchtbarkeit sowie auf Behinderungen des Wachstums von Hirn und Nervengewebe des Embryos. Beim Prozess der Teilhärtung entstehen zudem weitere potentielle Schadstoffe (z.B. unnatürliche Verknüpfungen von zwei oder drei Fettsäuren), deren biologische Wirkungen kaum erforscht sind.

Derlei unüberschaubare Risiken lassen sich leider auch nicht mit einem Blick auf das Etikett ausräumen: Begriffe wie "teilweise gehärtet" weisen zwar unmissverständlich auf trans-Fettsäuren hin, Formulierungen wie "Pflanzenfett, gehärtet" sind jedoch ebenso schwammig und nichtssagend wie die Inhaltsangaben auf Packungen. Die amerikanische Fettforscherin Mary Enig hat bei einer chemischen Analyse unterschiedlichster Lebensmittel nämlich festgestellt, dass viele Angaben auf den Etiketten schlicht falsch sind!

Aus all diesen Gründen geht Dr. Bruce West von der unabhängigen Gesundheitsorganisation "Health Alert" (Gesundheitsalarm) sogar so weit, Margarine als "flüssiges Plastik" zu bezeichnen, dessen Verzehr "jede Zelle im Körper negativ beeinflusst".

Damit könnte der Mann Recht haben, lässt doch der in der Margarine-Produktion übliche Prozess der Fetthärtung (ob nun ganz oder teilweise) unweigerlich Spuren toxischer Metalle wie Nickel oder Aluminium im Endprodukt zurück. Derlei Rückstände lagert der Körper in Zellmembranen ab, was Zellfunktionen verändert und unser Nervensystem ungünstig beeinflusst.

Falls Sie nun immer noch Zweifel haben, ob Margarine das Frühstück gut macht oder nicht, rate ich zu einem kleinen Experiment: Wenn Sie etwas Margarine offen in den Wald stellen, wird die vermeintliche Leckerei über Wochen und Monate hinweg von keinem Tier angerührt! Selbst Insekten scheinen demnach besser zu wissen, was gut für sie ist, als wir Menschen.

Wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt dazu das Ergebnis einer neuen Studie aus Australien, in der festgestellt wurde, dass Kinder im Vorschulalter doppelt so häufig unter Asthma leiden, wenn sie vermehrt behandelte Fette wie Margarine konsumieren. Wie vereinbart sich das mit dem Image von der gesunden Butteralternative?

Gegenüber der mit chemischen Zusätzen aller Art gepanschten Margarine hat Butter (neben dem allgemein als besser empfundenen Geschmack) den theoretischen Vorteil, ein organisches Naturprodukt zu sein. Theoretisch deshalb, weil Butter in der Praxis meist Rückstände von an Kühen verabreichten Drogen wie Hormongaben sowie Spuren von Pestiziden und anderen Umweltgiften enthält.

Immerhin gehört Butter zu den am wenigsten bearbeiteten Grundnahrungsmitteln, da ausser Milchsäure (E 270) und Beta-Carotin (der Farbstoff E160a) keine Zusätze verwendet werden dürfen. Trotzdem ist echte Sauerrahmbutter heute so gut wie nicht mehr erhältlich, da den Herstellern die Geduld für den Reifeprozess des Rahms abhanden gekommen ist.

Statt dessen dominiert im Handel die sogenannte "mild gesäuerte" Butter. Bei diesem Imitat der originalen Sauerrahmbutter handelt es sich um Süssrahmbutter, der nachträglich Milchsäure (E 270) zugesetzt wurde.

Das beste Argument für Margarine ist noch dasselbe wie vor über 100 Jahren: das Zeug ist billig vor allem in der Herstellung, da Wasser ein Hauptbestandteil war und ist.

Am Ende entpuppt sich der Mythos Margarine damit als weitere Werbe-Chimäre, von denen es derzeit auch und gerade im angesagten Bereich Gesundheit & Wellness viel zu viele gibt: Mit den Mitteln der Psychophysik wird das probiotische Joghurt, die fettreduzierte Mayo und das Light-Bier erst für unsere Geschmacksnerven salonfähig gemacht, dann per Werbegehirnwäsche an den Mann bzw. die Frau und das Kind gebracht.

Aufgrund von Gier und Unverständnis ist inzwischen ein beträchtlicher Teil unserer Nahrung mit Technologien erstellt, deren Auswirkungen auf unseren Körper bestenfalls unbekannt, schlimmstenfalls hochgradig schädlich sind. Dass uns das Gift auch noch als besonders gesund angedreht werden soll, ist mehr als perfide.

Greifen wir zu bekömmlichen Alternativen aus biologischem Anbau und aus traditioneller Herstellung, denn ausgewogene Ernährung und viel Bewegung kompensieren auch den einen oder anderen "Ausrutscher". Lassen wir uns also nicht mehr von den neuesten wissenschaftlichen "Entdeckungen" ängstigen oder verrückt machen, hetzen wir nicht mehr jedem Modetrend hinterher.

Wir müssen nicht in jedes Fettnäpfchen treten, das dreiste Geschäftemacher für uns aufgestellt haben, wir wissen nun ja, was das Frühstück wirklich gut macht. Das mag leckeres Bio-Vollkornbrot, das mögen frische, reife Früchte sein - es ist auf keinen Fall Margarine.

Bahn beendet Zusammenarbeit mit EON

Die Deutsche Bahn will nach einem Bericht des «Handelsblatts» aus einem langfristigen Stromliefervertrag mit dem Energiekonzern Eon aussteigen. Hintergrund sei der im Handel stark gesunkene Strompreis, berichtete die Zeitung.

Der 2007 geschlossene Vertrag sichert der Bahn rund 400 Megawatt Leistung für den Zugverkehr im Ruhrgebiet. Der Strom sollte ursprünglich von 2011 an aus dem Steinkohlekraftwerk Datteln 4 kommen. Dieses ist wegen fehlender Genehmigungen bis heute nicht fertig gebaut. Ohne den Großkunden Bahn steht die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks infrage.

Die Rahmenbedingungen hätten sich inzwischen so radikal verschlechtert, dass die Bahn die mit Eon 2007 vereinbarten Preise nicht mehr akzeptieren wolle, heißt es laut «Handelsblatt» in Unternehmenskreisen. Die Deutsche Bahn wollte diese Darstellung weder bestätigen noch dementieren. Dem Kraftwerk Datteln komme «eine wesentliche Rolle» bei der Bedarfsdeckung im Ruhrgebiet zu, teilte ein Sprecher mit. Die Bahn befinde «sich derzeit mit dem Hause Eon in Gesprächen, wie dieser Bedarf künftig weiter gedeckt werden soll.»

Auch Eon wollte sich zu Vertragsdetails nicht äußern. «Eon erfüllt alle vertraglichen Verpflichtungen. Wir liefern Bahnstrom, wir stellen die Fernwärmeversorgung in der Region sicher und wir gehen davon aus, dass auch unsere Vertragspartner ihre Verpflichtungen erfüllen», sagte Eon-Sprecher Josef Nelles.

Vattenfall gibt Braunkohlegrube auf

Erstmals hat ein Braunkohle-Tagebau des Energiekonzerns Vattenfall in der Lausitz planmäßig den Betrieb eingestellt.

Jetzt rollte der letzte Kohle-Zug aus der Grube Cottbus-Nord zum Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße). Cottbus-Nord ist der kleinste von fünf Tagebauen des schwedischen Unternehmens in Brandenburg und Sachsen.

Die Grube soll in den nächsten Jahren geflutet werden. Der «Ostsee» soll laut Vattenfall der größte künstliche See in Deutschland mit 19 Quadratkilometern Wasseroberfläche werden.

Die Grube Cottbus-Nord war seit 1981 in Betrieb. Bis heute wurden nach Konzernangaben rund 220 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. In der Lausitz liegt das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands, im Rheinland wird noch mehr gefördert.

Vattenfall will sich aus dem Braunkohle-Geschäft in Ostdeutschland auch aus Umweltgründen zurückziehen und stärker auf erneuerbare Energie setzen. Wie es mit der Lausitzer Braunkohle weitergeht, ist ungewiss. Bislang ist vorgesehen, dass die letzte der fünf Gruben Mitte 2040 stillgelegt wird.

Wer lernt, bekommt bald mehr Geld

Mit Beginn des Schuljahres 2016 beziehungsweise ab dem Wintersemester 2016/17 werden laut Verbraucherzentralen die BAföG-Bedarfssätze um sieben Prozent angehoben.

Studierende mit eigener Wohnung könnten dann bis zu 735 Euro monatlich erhalten. Wer noch bei den Eltern wohne, könne maximal 537 Euro BaföG beziehen.

Meister-BaföG: Die Zuschüsse für Handwerker während ihrer Fortbildung zum Meister werden nach Angaben der Verbraucherzentralen ab 1. August 2016 angehoben. Die Höchstbeträge zum Unterhalt steigen demnach für Alleinstehende von 697 auf 760 Euro im Monat. Für Verheiratete mit einem Kind klettere der Fördersatz von 1.222 auf 1.238 Euro, bei zwei Kindern von 1.332 auf 1.473 Euro. Für Alleinerziehende werde er von 907 auf 1.003 Euro angehoben; außerdem erhielten sie einen Zuschlag zur Kinderbetreuung von 130 Euro.

Reform des Wohngeldrechts: Haushalte mit geringem Einkommen erhalten seit dem 1. Januar mehr Mietzuschuss. Während an einen Zwei-Personen-Haushalt mit Wohngeldanspruch im Jahr 2012 noch durchschnittlich 112 Euro pro Monat gezahlt wurden, steigt dieser Betrag jetzt auf durchschnittlich 186 Euro. Auch die Zahl der Anspruchsberechtigten steigt.

Strompreise: Viele Netzbetreiber werden nach Angaben der Verbraucherzentrale 2016 die Entgelte erhöhen, außerdem steige die Ökostromumlage. Zwar sinken die Preise an der Strombörse, unter dem Strich werde Strom wohl für viele Haushalte teurer.

Briefkosten: Seit Jahresbeginn müssen sich Verbraucher in Deutschland erneut an höhere Briefpreise und neue Briefmarken gewöhnen. Es stieg unter anderem das Briefporto für den Standardbrief (bis 20 Gramm) von 62 Cent auf 70 Cent und der Maxibrief (bis 1.000 Gramm) von 2,40 auf 2,60 Euro. Ein Einschreiben innerhalb Deutschlands und ins Ausland wird künftig 2,50 Euro kosten, statt der bisherigen 2,15 Euro.

Telefonieren/Surfen: Vom 30. April 2016 an wird nach Angaben der Verbraucherzentralen Telefonieren und Surfen in der EU erneut billiger. Die Preis-Obergrenzen von höchstens 19 Cent für abgehende Anrufe, 6 Cent pro SMS und 20 Cent pro Megabyte Daten (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer) würden von Höchstaufschlägen auf den jeweiligen Heimtarif abgelöst.

Telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland dürften dann nur noch fünf Cent pro Minute zusätzlich zum Inlandspreis kosten, SMS zwei Cent; für jedes Megabyte Datenvolumen beim Surfen dürfen die Firmen höchstens fünf Cent mehr berechnen (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer).

Strompreise bleiben unerwartet stabil - vorerst

Beim Blick auf die nächsten Stromrechnungen dürften viele deutsche Verbraucher zum Start ins neue Jahr erst einmal durchgeatmet haben: Für die meisten Haushalte sind die Preise zunächst stabil geblieben.

«Wir rechnen mit keinen großen oder dramatischen Veränderungen», sagt Ingmar Streese vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Tatsächlich hat sich die Mehrzahl der rund 800 Versorger an der Preisfront ein Stillhalten verordnet - vorerst.

So registrierte das Vergleichsportal Verivox bisher nur 140 Anbieter, die ihre Tarife zum Jahresbeginn im Schnitt um 2,8 Prozent anheben wollten. Bei weiteren knapp 50 Versorgern sinken sie sogar. Auch die Branchengrößen Eon und RWE, die im Zuge der Energiewende mitten im größten Konzernumbau ihrer Geschichte stecken, deuteten an, die Strompreise für die Endverbraucher zunächst einmal nicht anzutasten.

Eon-Finanzchef Michael Sen versicherte bei der Vorlage der Quartalszahlen im November, die Kosten für die Kunden über den Jahreswechsel hinaus stabil halten zu wollen. Und RWE verdeutlichte, Anfang 2016 im Grundversorgungstarif nicht an der Preisschraube zu drehen.

Doch es bleibt offen, wie sich die Strompreise dann in den folgenden Monaten entwickeln werden. Denn die Versorger werden vor allem durch zwei Entwicklungen in die Zange genommen: den Anstieg der EEG-Umlage - also der Vergütung zur Förderung von erneuerbaren Energien - sowie die ebenfalls absehbare Steigerung der Netzentgelte. Auf diesen beiden Kostenbestandteilen des Strompreises wollen sie am Ende nicht sitzen bleiben.

Im Jahr 2017 befürchtet Streese zusätzliche Belastungen, die wegen des Netzausbaus über Erdkabelverlegung auf die Verbraucher zukommen könnten. Andererseits kommt es auf der Beschaffungsseite auch zu Entlastungen für die Versorger. «Was uns immer wieder ärgert», ergänzt der Verbraucherschützer, «ist, dass die Kostenvorteile durch die gesunkenen Einkaufspreise nicht weitergeben werden.» Eine ähnliche Kritik hatte es auch bereits bei den Gaspreisen gegeben.

Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) will zu Preistrends in der Stromwirtschaft zwar keine genauen Angaben machen. Doch Verbandschefin Hildegard Müller deutete anlässlich der Bekanntgabe der EEG-Umlage 2016 vor einigen Wochen an, in welche Richtung es gehen könnte. Dass die Umlage nur geringfügig steige, sei für die Endkunden eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings: «Zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen den Endkundenpreis leider auch negativ», betonte sie.

Der durchschnittliche Strompreis in der Grundversorgung, so errechnete das Vergleichsportal Check24, ist seit dem Juli 2007 um 47 Prozent gestiegen. Am Börsenpreis für die Strombeschaffung im Großhandel unter den Unternehmen liegt das nicht. Dort fällt und fällt der Preis, weil immer mehr geförderter Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde - etwa halb so viel wie 2011 - und unterschreitet gelegentlich sogar die Schallmauer von 3 Cent.

Der Stromeinkauf der Versorger macht nur noch etwa ein Viertel des Endpreises für die Kunden aus. Mehr als die Hälfte sind staatliche Umlagen, Steuern und Abgaben, auf deren Erhöhung der BDEW den deutlichen Preisanstieg in den vergangenen Jahren zurückführt. Hinzu kommen Netzentgelte, die rund 23 Prozent des Strompreises ausmachten.

So oder so - für die privaten Endkunden bleibt die Strompreis-Politik ein undurchschaubarer Dschungel. Vielfach blieben die Erhöhungen weitgehend intransparent, beklagt Energiefachmann Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Alle möglichen Zusatzkosten von der umstrittenen Braunkohlereserve bis zu den teuren Erdkabeln in Bayern und anderswo verschwänden in dieser «Blackbox».

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